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Welche Vorteile bietet mir die Insolvenz in England?

1. Verkürzte Laufzeit

Die Insolvenz in England weist im Vergleich zu ihrem deutschen Pendant eine verkürzte Verfahrenszeit auf. Neben einem ca. einjährigen Verfahren hat der Schuldner zusätzlich eine dreimonatige Vorbereitungszeit zu erwarten.

2. Teilweise Restschuldbefreiung bei unerlaubter Handlung

Anders als in Deutschland werden von der Restschuldbefreiung in England auch teilweise Forderungen umfasst, die aus einer unerlaubten Handlung herrühren. Während nach deutschem Recht durchweg alle Forderungen, die aus einer unerlaubten Handlunge herrühren von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen werden, sanktioniert der englische Gesetzgeber lediglich Betrug oder betrügerisches Handeln, mithin Handlungen die auf „fraud“ beruhen.

3. Keine Erwerbsobliegenheit

Abweichend von den deutschen Regelungen herrscht für den Schuldner während der Insolvenz in England keine Erwerbsobliegenheit.

Die Erwerbsobliegenheit ist in § 287b InsO geregelt und stellt gemäß § 295 InsO eine Obliegenheit des Insolvenzschuldners dar. Sie besteht in der Pflicht des Insolvenzschuldners, ab Beginn der Abtretungsfrist (Einleitung des Insolvenzverfahrens) bis zur Beendigung des Insolvenzverfahrens, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben und, sofern er ohne Beschäftigung ist, sich um eine solche zu bemühen.

Eine Erwerbstätigkeit ist dann angemessen, wenn sie für den Insolvenzschuldner physisch zumutbar ist und seinen Qualifikationen entspricht. Der Insolvenzschuldner darf sich also nicht „unter Wert“ verkaufen bzw. beschäftigen lassen und eine Stelle ohne sachlichen Grund ablehnen.

Der Schuldner muss sich, wenn notwendig, beim der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend melden und sich laufend um eine Arbeitsstelle bemühen (2 – 3 Bewerbungen pro Woche, wenn entsprechende Angebote veröffentlicht werden). Dies gilt sofern der Schuldner arbeitsfähig, also nicht dauerhaft krank ist.

Wichtig ist, dass Aus- oder Weiterbildungen dann erlaubt sind, wenn Sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, das Einkommen des Insolvenzschuldners zu steigern. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Insolvenzschuldner über keine ausreichenden Qualifikationen verfügt und somit ein Einkommen an der Pfändungsfreigrenze generieren würde.

Sollte der Insolvenzschuldner seiner Erwerbsobliegenheit nicht nachkommen, kann ihm die Restschuldbefreiung gemäß § 296 InsO versagt werden. Der Insolvenzschuldner bleibt sodann auf seinen Schulden „sitzen“.

Der BREXIT!

Der Brexit hat keine Auswirkungen auf Insolvenzverfahren in England oder auf die Möglichkeit, brit. Firmen zu gründen.

Es könnte allerdings sein, dass NACH DER ÜBERGANGSPHASE, die am 31. Dezember 2020 endet, eine Wohnsitznahme über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten in England an ein Visum gebunden ist.

Im Jahr 2020 braucht kein EU-Bürger ein Visum für England.

Deshalb sollten Personen, die ein Insolvenzverfahren in England planen, darauf achten, dass das Verfahren noch im Jahr 2020 beantragt wird.

Privatinsolvenz in England – ist das legal?

Bereits im Jahr 2000 hat die EU beschlossen, dass alle EU Bürger dort Privatinsolvenz anmelden können, wo sie leben. Einzige Voraussetzung ist, dass der Schuldner am Wohnsitz mindestens ein halbes Jahr angemeldet sein muss. (EuInsVO Nr. 1346/2000, Art. 3) Wenn eine Privatinsolvenz in England angemeldet ist, dann ist diese in allen anderen EU Mitgliedsstaaten wirksam. Hierunter fällt auch ein Verbot von weiteren Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Die Wirksamkeit ist dabei nicht mit weiteren Förmlichkeiten verknüpft (Art. 17 EuInsVO Nr. 1346/2000).

Der Bundesgerichtshof stellt in einem Urteil fest, dass eine Restschuldbefreiung durch eine Insolvenz in England auch in Deutschland wirksam ist

Auch der deutsche Bundesgerichtshof hat sich mit dem Thema der Privatinsolvenz in England für deutsche Schuldner auseinandergesetzt und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: begibt sich ein Deutscher in England in die Privatinsolvenz, dann ist eine dort erteilte Restschuldbefreiung auch in Deutschland anzuerkennen. Dass die Dauer der Privatinsolvenz in England deutlich kürzer ist als in Deutschland, hat keinerlei Einfluss auf die Wirksamkeit. (Bundesgerichtshof im Beschluss vom 18.9.2001 Aktenzeichen: IX ZB 51 / 00)

Eine von einem englischen Insolvenzgericht ausgesprochene Restschuldbefreiung ist auch in Deutschland wirksam

Selbstverständlich ist auch die Wirksamkeit mit der Restschuldbefreiung nach Beendigung des Verfahrens von der EU geregelt. So wurde in Art. 25 EuInsVO Nr. 1346/2000 festgelegt, dass ergangene Entscheidungen durch ein englisches Insolvenzgericht in allen anderen EU Mitgliedsstaaten anerkannt werden müssen. In letzter Konsequenz heißt dies: auch die von einem englischen Insolvenzgericht ausgesprochene Restschuldbefreiung hat in Deutschland Rechtskraft.

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